|
|
 |
 |
|
Die Wieselwippbrettfalle
|
 |
 |
|
Die Wieselwippbrettfalle
Die Wieselfalle darf in keinem Niederwildrevier fehlen, denn Wiesel sind, mit Ausnahme von größeren zusammenhängenden Waldungen, überall als die häufigste
Raubwildart anzutreffen. Der Schaden, den diese kleinen Räuber dem Niederwild zufügen, wird meist verkannt und unterschätzt. Er besteht ganz einfach darin, dass das Jungwild gerissen wird und die Gelege des
Federwildes zerstört werden. Es steht fest, dass sowohl das große Wiesel als auch das Mauswiesel in erster Linie von Mäusen leben und sich zuweilen sogar zu ausgesprochenen Rattenjägern entwickeln, aber Ratten
und Mäuse sind längst nicht immer so zahlreich vorhanden, wie das irrtümlicherweise angenommen wird. Das ist besonders nach ausgesprochenen Mäusejahren der Fall, wenn eine meist witterungsbedingte Kalamität den
Bestand über Nacht auf ein Minimum zusammenschrumpfen lässt. Die sich bis dahin nur von Mäusen ernährenden Wiesel sind, wenn sie überleben wollen, plötzlich gezwungen, auf andere Beutetiere auszuweichen, und
da müssen dann eben Jungwild und Singvögel herhalten. Wie fast alle Raubtiere ist auch das Wiesel aus seinem Arterhaltungstrieb heraus vom Tötungsdrang besessen. Egal, ob es die Kohlmeisenbrut in der Baumhöhle
ist, die das Wiesel auf seinem Streifzug entdeckt hat, oder das drei Wochen alte Fasanengesperre, in das es plötzlich gerät, - es tötet solange sich noch etwas rührt. Es macht auch keinen Unterschied zwischen
der bekanntlich äußerst wehrhaften Wanderratte und dem im Frühjahr wehrlos in der deckungslosen Kultursteppe preisgegebenen Junghasen. Ja, es reißt bisweilen sogar ausgewachsenes Wild, wie zum Beispiel Hasen,
denen das Wiesel im Überraschungsangriff die Halsschlagader durchbeißt und die auf Grund dieser Verletzung meist augenblicklich verbluten. Solche Beobachtungen werden öfter gemacht, wobei das Wiesel
fälschlicherweise dann als blutsaugendes Raubtier angesehen und später dargestellt wird. Doch fallen solche Risse im Vergleich zu den hohen Jungwildverlusten durch die Wiesel kaum ins Gewicht. Die Praxis hat
gezeigt, dass überall dort, wo die Wiesel kurzgehalten werden, die Hasen- und Flugwildstrecken sofort merklich ansteigen. So fing Verfasser beispielsweise in einem 1000 Hektar großen Niederwildrevier in Nordhessen
in einem Jahr 350 Wiesel, und bereits im zweiten stieg dort die Hasenstrecke von 150 Hasen, der nach Auskunft älterer Jäger und Bauern bisher höchsten Strecke, auf 408 während der Treibjagd erlegten Hasen an.
Ähnliche Beobachtungen werden in fast allen Niederwildrevieren gemacht, die von Berufsjägern betreut werden.
|
 |
 |
|
Bauanleitung für die Wippbrettfalle
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
Bejagen lässt sich das Wiesel nur mit der Falle, denn obwohl es ein ausgesprochenes Tagtier ist und überall sehr zahlreich auftritt, bekommt man es nur höchst selten einmal zu Gesicht
oder gar vor die Flinte. Es führt ein äußerst heimliches Dasein und nutzt jede Deckung und Bodenvertiefung aus, um ungesehen jagen zu können. So wird eigentlich nur der Sachkundige hin und wieder durch das
ängstliche Warnen einer Amsel oder eines Rotschwänzchens auf das jagende Wiesel aufmerksam. Die Bejagung des Wiesels mit der Wippbrettfalle ist denkbar einfach. Doch wer da glaubt, bis zum Winter warten zu
müssen, um das Wiesel als Hermelin im weißen Tarnkleid erbeuten zu können, der wird meist mit leerem Rucksack nach Hause gehen. Nicht ohne Grund gibt es nur ganz wenige Damen auf der Welt, denen es vergönnt ist,
einen Hermelin zu tragen.
Wiesel fängt man im Sommer. Je heißer und schwüler die Hundstage im August ausfallen, um so aktiver sollte der Wieselfänger werden. Das Wiesel „läuft", sagt der alte Fänger. Im August,
dem Beginn der Wieseljagdzeit, sind die Jungwiesel selbständig. Jetzt müssen die Fallen aufgestellt werden. Als Fangplätze dienen alle Gräben im Revier, die im Sommer trocken sind. Besonders die Durchlässe
(Kanäle) unter Einfahrten zu Äckern und Wiesen sowie unter Feldwegen und Straßen bieten sich förmlich an, denn das Wiesel hat stets das Bestreben in der Deckung zu bleiben und benutzt die Kanäle, um von einer
Wegseite auf die andere zu gelangen. Durchlässe haben zudem den besonderen Vorteil, dass die Falle in dem dunklen Versteck kaum jemals entdeckt wird und dort meist sicher vor dem Zugriff durch Unbefugte steht.
Bevorzugt von den Wieseln werden die trockenen Durchlässe angenommen, die in Bäche oder wasserführende Gräben münden, denn die Wiesel zieht es stets zum Wasser hin. So sind die Uferränder der Gewässer stets
gute Fangplätze. Sind keine trockenen Durchlässe vorhanden, stellt man die Wippbrettfalle einfach in einen trockenen Graben oder in eine Ackerfurche. Voraussetzung für den Erfolg ist dabei, dass der Zulauf zur
Falle hin stets sauber und glatt gehalten wird und dass die Falle auf einem Zwangspass steht, indem man den Graben rechts und links der Falle mit Grassoden oder Steinen versperrt. Auch lassen sich solche Fangsteige
sehr leicht künstlich anlegen.
Das geschieht am besten in der Form, indem man vom Wegrand in den Graben oder in eine vorhandene Hecke hinein einen spatentiefen und -breiten Gang aushackt, der das Ableiten einer Wasserpfütze
vortäuscht. Am Ende des Ganges wird die Wieselfalle eingebaut und mit einer Grassode verblendet.
|
|