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Will man die große Kastenfalle im Selbstbau anfertigen, dann sind handwerkliches Talent und das Vorhandenseinvon einfachen Maschinen wie Kreissäge und Bohrmaschine Voraussetzung. Zum Bau verwendet man trockene Fichten- oder Tannenbretter der Klasse II in der Stärke von 24 mm. Neben der genauen Abmessung der einzelnen Teile und einer sauberen Verarbeitung ist beim Bau besonders darauf zu achten, dass alle beweglichen Teile, wie zum Beispiel die Klappen und das Trittbrett mit entsprechender „Luft" zu messen sind, damit bei einer Ausdehnung desbei Feuchtigkeit bekanntlich mehr oder weniger stark arbeitenden Holzes immer noch genügend Spiel zur reibungslosen Beweglichkeit und zum Herabfallen der Klappen gegeben ist. Die in zunehmendem Maße hergestellten Fallen aus Kunststoff, bei denen ein witterungsbedingtes Arbeiten des Materials bekanntlich nicht erfolgt, haben sich mit Ausnahme einiger Wieselwippbrettfallen dennoch in der Praxis nicht bewährt. Wahrscheinlich sind es der ungewohnte Geruch und die beim Betreten als Schall widerhallenden Geräusche in der Falle, die das empfindliche Raubwild abschrecken. |
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Kastenfallen werden in der Regel nicht beködert, sondern auf Zwangspässe gestellt. Es gibt unzählige Möglichkeiten in jedem Revier, entsprechende Fangplätze zu finden. Natürlich muss man die Lebensweise und die Gewohnheiten des Raubwildes in etwa kennen. Eine sehr wichtige Erkenntnis zum Beispiel ist die Tatsache, dass alles Raubwild einem Urinstinkt folgend, nämlich in der Angst, von Feinden aus der Luft geschlagen zu werden, grundsätzlich alle Bodenvertiefungen und Deckungsstreifen und deren Ränder bei seinen Streifzügen ausnutzt, um sich möglichst ungesehen fortbewegen zu können. Dieses Verhalten machen wir uns bei der Fangjagd zunutze, indem wir die großen Kastenfallen in die im Revier vorhandenen trockenen Gräben, Durchlässe, Ackerfurchen oder in eigens dafür geschaffene Fangsteige in der Form flacher Gräben, wie sie sich zum Beispiel mit einem Pflug durch lichte Feldgehölze leicht anlegen lassen, aufstellen. Besonders günstige Fangplätze sind die großen Durchlässe und Kanäle, die das Grabensystem unter Straßen, Feldwegen und Bahndämmen verbinden und nur in Ausnahmefällen (Schneeschmelze) einmal Wasser führen. Um bei auftretendem Wasser ein Fortschwimmen zu verhindern, wird die Falle mit einem Seil oder einer Kette verankert. Je nach Vorhandensein lassen sich auch Gatterzäune im Walde, Feldscheunen,Strohhaufen und Steilwände an Steinbrüchen leicht zu gut fangenden Zwangswechseln herrichten. Man wählt zum Beispiel am Gatter im Walde einen verschwiegenen Platz, dort wo das Gatter vielleicht an eine Dickung grenzt und mit Spaziergängern nicht zu rechnen ist. Dort stellt man die Falle direkt an den Zaun. Vom jeweiligen Einlauf der Falle wird im spitzen Winkel in die Dickung hinein ein etwa fünf Meter langer und 0,5 Meter hoher Maschendrahtzaun als Hindernis gespannt und somit von beiden Seiten zur Falle hin ein reusenförmiger Zwangspass geschaffen, der das Wild, das am Zaun entlangwechselt, in die Falle leitet. Man wählt für die Herrichtung eines Zwangspasses zweckmäßigerweise immer das Material, welches sich dem jeweiligen Fangplatz am besten anpasst. An der Feldscheune sind es Bretter, am Strohhaufen Strohballen, im Steinbruch Steine und den Zwangspass in der Fichtendickung baut man aus Reisiggeflecht. |
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Sind im Revier Bachläufe oder breite Wassergräben vorhanden, so wird an verschwiegenen Stellen ein als Übergang dienendes Brett, das nicht breiter sein darf als die Falle, über den Wasserlauf gelegt. Auf dieses Brett wird die Falle gesetzt. Ein quer über die beiden Uferränder zur Falle führender ausgehackter Gang dient zum Anwechseln. An größeren Gewässern, wie zum Beispiel an Teichen oder Flüssen, gräbt man vom Rand des Wassers her 3 Meter breite und etwa 4 bis 5 Meter in die Uferzone hineinreichende Ausbuchtungen so tief aus, dass in ihnen Wasser steht. Im Verlauf der Uferlinie wird wiederum ein Brett über das Wasser gelegt, auf das dieKastenfalle kommt. Solche Fangplätze haben immer gute Fangergebnisse, denn alles Raubwild zieht gerne am Wasser entlang und nutzt besonders in der kalten Jahreszeit jede Möglichkeit, den Wasserlauf trockenen Balges zu überqueren. Der glatte Gang zur Falle hin ist bei allen Fangplätzen außerordentlich wichtig für den Erfolg. Einen stark begangenen Pass oder Wechsel vortäuschend, wird dieser Fallensteig stets sauber gehalten und regelmäßig geharkt. Bei ganz gezieltem Fang, zum Beispiel wildernder Katzen, wird der Fangerfolg noch dadurch erhöht, wenn man einen Salzhering auf das Drahtgitter unter dem Verschlussdeckel legt und zusätzlich einige Tropfen Baldrian in die Falle schüttet. |
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Das gefangene Raubwild tötet man sicher mit dem Kleinkaliber bzw. Pistole mit einem Schuss in den Kopf durch das Drahtgitter oder man treibt das Stück in einen vor die Falle gebundenen Sack und schlägt diesen kräftig gegen einen harten Gegenstand (großer Felsstein oder Baum). Als Lebendfangfalle muss die große Kastenfalle täglich mindestens einmal, und zwar am Morgen, kontrolliert werden. Schon aus diesem Grund sollten die Fallen stets so aufgestellt werden, dass man sie nach Möglichkeit mit dem Fahrzeug kontrollieren kann, wobei ein auf die Fallklappe senkrecht gestellter Fallstock auch auf größere Entfernung, zum Beispiel mit dem Fernglas erkennen lässt, ob sich etwas gefangen hat. In Revieren, in denen die Jäger nur über das Wochenende anwesend sind, braucht man auf die Kastenfallen nicht zu verzichten. Dort werden die Fallen an den Wochentagen auf Durchlauf gestellt. Ein Riegel, der über die Stellvorrichtung gelegt wird, bewirkt, dass Raubwild die Falle passieren kann, ohne die Stellung auszulösen. Am Wochenende dann wird die Falle fängisch gestellt und liefert, weil das Wild sich an den Fangplatz und die Falle gewöhnt hat, meist gute Ergebnisse. |
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